Fremdeln

Ob auf Twitter oder auf Facebook, manchmal fange ich mittendrin an, mir irgendwelche Profilbilder anzuschauen. Ich lass es gleich wieder, denn es tut mir selten gut. Das hört sich erst mal nach Masochismus an, ist aber eher eine Art von Suche.

Ich schau dann oft die Bilder schicker Damen an. Ich selbst seh nicht wirklich gut aus, und zuerst dachte ich, es ginge darum. Mir klarzumachen, dass die Damen besser aussehen als ich. Selbstmitleid zu erzeugen. Nein, passt nicht. Das bin ich nicht. Dann dachte ich, nicht nur das Aussehen, die wirken so fröhlich und selbstbewusst, zieht mich das an?

War auch knapp daneben, wie ich jetzt begriffen habe. Denn ich las über mehrere neuere Studien, zusammengefasst ergaben sie folgendes: Autisten werden von Nichtautisten in kürzester Zeit als seltsam wahrgenommen und als Interaktionspartner in die zweite Reihe geschoben. Bei Autisten wiederum variiert die soziale Angst und mit ihr die soziale Kompetenz. Nimmt man ihnen einen Teil der Angst, verhalten sie sich auch weniger schräg. Einfühlen und erfolgreich kommunizieren wiederum hängen davon ab, ob man sich als zusammengehörig empfindet und sich im Kontakt aufeinander “einschwingen“ kann.

(Alles im Detail in den Tweets von @leoschilbach nachzulesen, danke dafür!)

In der Summe ergibt dies meine wohlbekannte Erfahrung in wohlbekannter Reihenfolge. Irgendwo neu hinkommen. Sofort Befremden auslösen und ignoriert werden bzw. gelernt haben. Sich zurückhalten, weil man dann wenigstens nicht noch mehr kaputtmacht. Das Ganze in einer sich stabilisierenden Dauerschleife. Der Eindruck, einfach falsch zu sein, wächst und festigt sich unmerklich zur Überzeugung. Manchmal schraubt sich die Spirale schnell hoch, in ein paar Minuten.  Unter dieser Anspannung geht Blickkontakt manchmal kaum noch, er sticht richtig, und damit kann man sich auch schwer mit jemandem synchronisieren, sich auf ihn einstellen oder sich “blind verstehen“. Auf jeden Fall aber wird es Jahr für Jahr schwerer, an das Gegenteil zu glauben. Am Arbeitsplatz, an meinem Heimatort, entsteht langsam, sehr langsam so etwas wie Verbundenheit, aber mit der Fremdheitserfahrung braucht es wirklich lange, sich einfach mal richtig zu fühlen. Oder nur nicht-falsch…

Ich begreife jetzt: was ich versuche, aus den Profilbildern herauszufiltern, ist das Geheimnis, wie mensch es schafft, auf den ersten Blick sympathisch und annehmbar zu wirken. Wo liegt es? In der Schönheit, Ebenmäßigkeit, dem Augenaufschlag, der Ironie, der Distanz??? Ich kann es nicht verstehen. Ich bin einfach anders, und ich werde als anders behandelt. Aber ich versuche immer wieder, doch noch eine Spur zu finden.

Und umgekehrt ist es auch so, dass die Fähigkeit, unbefangen oder wenigstens angstfrei auf Nichtautisten zuzugehen, stetig abnimmt. Bei meinen Kindern ist es inzwischen so:

Der Mann ist ein Verwandter, mit dem wir neulich, alle in trauter und friedlicher Runde, Stunden verbracht haben. Und gelacht haben und uns ausgetauscht haben. So etwas habe ich mit meinen Kindern leider, leider schon lange nicht mehr erlebt. So entspannt habe ich diese Situation noch nie mit ihnen erlebt. Alle anderen Verwandten werden gemieden, denn keiner von diesen kann sich damit zurückhalten, die Kinder auf irgendeine Ungewöhnlichkeit anzusprechen. Oder verwundert zu sein. Oder nach Zeichen von sogenannter Normalität zu forschen. Oder uns rüberzuschieben, wir sollten doch mal strenger sein. Das hat leider zur Folge, daß auch Freunde von uns weitgehend gemieden werden. (Es kommen sowieso sehr selten Freunde zu Besuch).

Keine Lösung in Sicht, außer die wenigen Ausnahmen zu genießen, und sich alle Vorwürfe zu sparen.

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Gedankensplitter/ Erleichterung

Die letzte Woche war sozial richtig intensiv. Soviele Menschen wie an diesen vier Abenden treffe ich im Privaten sonst in einem halben Jahr. Vielleicht. Und das Spannende ist: jedes Treffen war mit anderen Menschen, jeweils ein anderer Kontext, eine andere Zeit, die mich und sie verbindet.

Im ersten Treffen war mir zwischendrin plötzlich traurig zumute. Jemand mir Wichtiges erschien unangenehm, klagend. Jemand anders, den ich immer mochte, redete an mir vorbei, wie immer, seit er weiß, dass ich Autistin bin. Ich fing an, mich unwohl zu fühlen, und ärgerte mich gleichzeitig, weil ich diese Kontakte beibehalten will. Eine nette Runde, und ich wollte nicht schon wieder an den Rand geraten.

Etwas kippte. Erstaunt registrierte ich einen völlig neuen Gedanken: mir wurde klar, dass diese Runde auch wegen mir noch besteht. Ich konnte meinen Beitrag plötzlich erkennen. Es ist auch mein Beitrag, wenn diese Menschen zueinander gefunden haben. Für diese Menschen war ich immer Ruhepol, Ratgeberin. Ich habe viel investiert, um zu helfen, anzuleiten, auszugleichen. Wäre ich nicht beteiligt gewesen am guten zwischenmenschlichen Klima, damals…wir würden nicht bis heute gern an diese Zeit zurückdenken, und die Runde wäre gar nicht eröffnet worden.

Und einmal auf diese Spur gebracht, konnte ich auch bei den weiteren Treffen darauf achten: auf meine Rolle, darauf, dass ohne meinen Beitrag einiges nicht so stabil wäre, und wenn nicht alle respektvoll miteinander umgehen, fühlt sich am Ende wohl keiner wohl. Ich stellte erstaunt fest, wie viel Menschen noch von mir wissen, in deren Leben ich doch scheinbar gar nicht vorkomme.

So viel zum Thema Klischee versus Realität.

Der Erwartung entsprechend, die man Autisten entgegenbringt, fallen mir solche Treffen schwer. Ich werde schnell müde, es strengt sehr an. Nach einer Stunde, in der ich mich noch zusammenreissen und einbringen kann, sacke ich allmählich zusammen und trage fast nichts mehr zur Unterhaltung bei. Oder ich spule die  immer gleichen paar Sätze ab. Oder lache einfach immer mit. Oder werfe zufällig Sätze ein, die zur Hälfte im ratlosen Blick der anderen verpuffen. Sicher langweilig mitzuerleben.

Aber eigentlich macht das nicht so viel aus. Denn  was dem autistischen Klischee fehlt, ist das, was Autist langfristig beitragen kann, und das ist nicht so vordergründig: Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit, Konstanz, ruhiger Umgang mit Problemen, Sachlichkeit, Unbestechlichkeit, Fairness, respektvoller Umgang, Toleranz, Abneigung gegen Vorurteile.

Ich hab das jetzt bewusst so betont und breit getreten. Nicht, um anzugeben oder mich herauszuheben. Sondern um zu betonen, dass auch solche unscheinbaren und manchmal bescheidenen Eigenschaften ihren Wert haben und das Miteinander unmerklich angenehmer machen.

If you want to sing out, sing out!

(Oder: Nachtrag zu einer twitter-Diskussion. Ich verzettel mich nur, wenn mehr Leute intensiv über ein Streitthema twittern, deshalb hab ich hier ein paar Gedanken zusammengefasst.)

Der Titel entstammt einem meiner früheren Lieblingslieder. Es stammt aus dem, sehr lebensweisen,  Film Harold & Maude, in dem sich ein exzentrischer junger Mann und eine 80jährige zusammenschließen bis zum bitteren? schönen? Ende.

Im Lied und im Film geht es darum, daß ein Mensch sich für das Positive im Leben aktiv entscheiden muß. Und es geht darum, daß ein jeder eine kostbare Individualität sein Eigen nennt und es seine Aufgabe ist, daraus sein Selbstbewußtsein zu ziehen – auch wenn er sich wie ein unscheinbares Gänseblümchen fühlt. Oder wenn er am Rand der Gesellschaft steht, wie dieser komische junge Mann, der seine gesellschaftlichen Chancen scheinbar mutwillig wegwirft, oder die ehemalige KZ-Insassin, die mit ihm eine Liebschaft eingeht.

Ich bin nun lange genug Psychologin, um zu wissen, daß sehr viele Menschen mit diesem Thema kämpfen. Manchmal sehen meine Patienten einfachste Lösungen nicht und kreisen in sehr engen Käfigen, weil sie so strikt eingetrichtert bekamen, auf gar keinen Fall vom Durchschnitt abzuweichen. Sie sind überrascht und unglaublich befreit, wenn sie merken, daß sie auch mal anders, nonkonform sein können, und die Welt deswegen nicht zusammenbricht: im Gegenteil, daß sie daran wachsen können. Es ist mein Ziel, sie zu einem ganz persönlichen Weg zu ermutigen und ihnen Angst zu nehmen. Ich gehe auch privat allem Gehässigen aus dem Weg – unser Ort ist klein genug, daß ein paar schräge Vögel dazugehören, und ich war u.a. schwer beeindruckt (und gerührt), als unsere Kindergärtnerinnen das Thema „Andersartigkeit akzeptieren“ mit den Minis als Theaterstück bearbeiteten…und meinem autistischen Sohn die Chance gaben, darin eine Rolle zu spielen.

Eigentlich könnten sich alle einig sein, irgendwie…

Wenn so eine Diskussion zwischen NT und Autist trotzdem schiefgeht, wie gerade auf twitter geschehen, dann liegt das, glaube ich, daran:

  1. Die Starrköpfigkeit von Autisten sieht nach Selbstmitleid aus, wenn sie gute Ratschläge anzweifeln oder zurückweisen. Nein, bitte: das ist kein Selbstmitleid im Sinne eines „nö, ich änder mich nicht, dann sollen die anderen sich doch mehr anstrengen“. Auch kein „ich armes Schwein“. Was so pessimistisch ankommt, spiegelt die tief, tief, tiefsitzende Erfahrung von Menschen, die seit Geburt chronisch erleben mussten, daß sie nicht dazugehören und nichts ihnen da raushilft. Und die in der Regel erst spät diagostiziert wurden. Als ich den Film sah, war ich etwa so alt wie Harold. Ich wußte nichts über Autismus, schon gar nicht über meinen, das lag noch über 20 Jahre in der Zukunft. Aber ich wußte, daß ich scheinbar immer verkehrt war, und daß meine Anstrengungen, akzeptiert zu werden, sich manchmal in Sekundenbruchteilen ins Gegenteil verkehrten. Natürlich war ich dankbar über eine Sichtweise, die jedem Menschen Akzeptanz zusicherte. Und ich war erleichtert, daß meine Freundinnen dem zustimmten. Jedenfalls theoretisch. Praktisch war meine soziale Umwelt für mich nicht zu kontrollieren, außer, ich spielte jemanden, der ich nicht bin. Das ist sie immer noch, trotz meiner geballten Psycho-Erfahrung. Mit so einer Ausgrenzungserfahrung im Kopf, ist man ganz wörtlich wie ein geprügelter Hund, der lange schnuppert und überlegt, bis er sich wieder streicheln läßt. „Sich einfach trauen“? „Geht allen so“? „Was soll daran so schlimm sein“? Ja, aber, wenn du meine Erfahrung in den Knochen hättest… Ich bete für meine Kinder, daß die frühe Diagnose ihnen und den nächsten Generationen hilft, nicht so einen Berg aus Mißtrauen und „ich schaff es einfach nicht“ in sich aufzubauen!
  2. Autisten gehen, noch dazu in einer rein virtuellen, super verknappten Diskussion, viel zu konkretistisch auf die Beiträge ein. Es ist ihnen ja eben schon im sog. normalen Leben schwer, eine inhaltliche Aussage in ihrem Beziehungskontext zu interpretieren. Ihr Gegenüber will aber erst mal hauptsächlich Aufforderung und Ermunterung verbreiten und ist nicht so im Detail des Wie gefangen. Autist vergißt, zu fühlen und zu äußern, daß man den guten Willen wohl schätzt – und NT ist frustriert, weil er scheinbar absichtlich nicht geschätzt wird. Doch, würde er schon, aber Autisten können eine nicht explizit ausgesprochene Sympathiebezeugung eben kaum erkennen.
  3. Es gibt Punkte, die sind nicht teilbar zwischen NT und Autist, man kann sich an einigen Punkten gegenseitig nicht einfühlen.
  4. Es gibt im Leben überall A….löcher, die sich wohlfühlen, wenn sie auf wen anders rumhacken können – und es braucht lange, zu lernen, diesen kein Futter zu geben. Allein schafft man es manchmal nicht. Mobbing ist kein autistenspezifisches Thema, aber das Risiko ist doch höher als bei NTs.

 

Falls ihr bis hierher gelesen habt: VIelen Dank!!!

Genießt den Song…

Ach wie gut dass niemand weiss… ?

Achtung: dies ist nur ein kurzes sehr persönliches update.

Es gibt, zum Thema Autismus und Outing, speziell im Job, schon vielerlei ausführliche und differenzierte Betrachtungen. Aber hier zu meiner Situation.

Ein kleiner Teil meiner Freunde und Arbeitskollegen weiß, daß ich Autistin bin. Die grundsätzliche Schwierigkeit, sich anderen zu offenbaren, liegt bei Spät-Diagnositizierten wie mir darin, daß ich selten jemand Neues kennenlerne: dann könnte ich eine entsprechende Information während des Kennenlernens einbringen. Aber fast alle meine Bekannte kennen mich seit Jahren, und ihnen gegenüber kommt ein Outing einem spürbaren  Einschnitt gleich.

Dreimal machte ich das schon: eine gute Freundin reagierte kaum überrascht und unaufgeregt, Kollegen und eine Runde Bekannter nahmen es zur Kenntnis, klopften mir auf die Schulter und bestätigten mir, es würde sich nichts ändern. Ich bliebe ja schließlich „die Alte“.

Das war einerseits erleichternd. Andererseits auch etwas enttäuschend. Denn Nachfragen, was Autismus denn bedeutet oder was das neue Wissen für mich bedeutet, kamen keine. Alle gingen davon aus, daß es weitergeht wie vorher, so als ob es um eine andere Blutgruppe ginge, nicht um einen Umstand, der Identität und soziales (Er-)Leben maximal beeinflußt. Und es stimmte auch nicht immer, daß sich nichts ändern würde: diejenigen, die sich vorher schon über mein seltsam unspontanes Verhalten gewundert hatten, ignorierten mich jetzt endgültig. Leider. Waren sehr liebe Menschen darunter.

Ja, und jetzt sind mittlerweile genug neue Kollegen da, so daß sich mir, anläßlich einer grundlegenden Versammlung, die Outing-Frage wieder stellte. Sollte ich mich offenbaren? Jetzt noch, am Übergang, wo noch keine engere Bekanntschaft entstanden war? Ich habe es dann doch nicht gemacht, die Stimmung und Themen während des Treffens paßten gar nicht, einige fehlten, ich wollte nicht unangenehm „reingrätschen“.

Einerseits warte ich weiter auf die nächste Gelegenheit. Denn ich weiß ja nun mal um meine Verschiedenheit, was sie ausmacht, was sie für Folgen hat. Es wäre erleichternd für mich, es einfach laut auszusprechen, denn: ich möchte authentisch sein, so wenig wie möglich doppelt sein oder Dinge vorspielen. Ich möchte „weird“ sein können, wenn die dauernde Anpassung  nicht zwingend sein muß oder mal zuviel wird. Ein Outing könnte auch vielen Mißverständnissen vorbeugen: warum ich die wenigsten Privatkontakte habe, beim smalltalk anstrengend und angestrengt bin, nicht auf private Feiern mitgehe etc.. Und: ich könnte vielleicht bestimmte Rücksichtnahmen erbitten. Ich weiß ehrlicherweise im Moment noch nicht welche, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und ein Schulterklopfen dafür, was ich aus meinen beschränkten Chancen gemacht habe, wär auch nicht soo schlecht…

Andererseits: ist „outen“ gleich „etwas Schlimmes beichten“?

Ich möchte es eher als Zusatzinformation betrachten, und nicht dem allgemeinen Vorurteil folgen, daß Autisten ein schweres Kreuz mit sich tragen, eine Last. Zumal mich als Psychologin diese Art Zuschreibungen und die verbreiteten Klischees doppelt betreffen, beruflich und privat. Das wäre der einzige Grund, der mich ernsthaft vom Outing abhalten könnte: wenn es der Klinik schadet, oder meiner Stellung im Job, weil ich alleine einen echten Tsunami aus Vorurteilen, z.B. seitens der Patienten,  nicht aufhalten könnte. Nun, danach sieht es nicht aus.

Und wenn ich es noch mache, dann, wie gesagt, nicht aus einer „Schuld“ heraus, eine verschwiegene „Schwäche“ zu offenbaren. Denn dieses Konzept von „gut vs schlecht“ ist viel zu eindimensional. Und wenn ich nur kurz rekapituliere, was ich alles schon an echten Schrägheiten von Fachkollegen erfahren habe… *hier schamhaftes Schweigen* …dann hab ich wirklich keinen Grund mehr, mich irgendwie als insuffizient zu sehen.

Wenn ich doch noch eine Gelegenheit nutze, mich zu outen – und sei es auch so beiläufig und undramatisch wie möglich, so wäre es mein Ziel – dann einzig und allein um meiner selbst willen.

 

 

#Waswirnichtsehen…

Vor kurzem twitterte ich, daß ich möglicherweise „sozialen Selbstmord“ begangen hätte. Selbstredend war das scherzhaft gemeint. Also, mehr oder weniger…

Tatsächlich hatte ich nichts weiter getan, als auf Facebook meinen Geburtstag sichtbar einzustellen. Und damit befand ich mich sofort in nervöser Vorerwartung: würde irgendjemand darauf reagieren? Ich habe über 100 „Facebook-Freunde“, von denen ich nur eine (maximal zwei) Handvoll manchmal im realen Leben treffe. Ich war schon fast überzeugt, daß mir keiner gratulieren würde und meine soziale Existenz damit nachweislich verstorben.

Es wurde nicht so schlimm, im Gegenteil: an diesem Geburtstag haben mir so viele Menschen wie nie zuvor gratuliert. Von Facebook aus schwappte etwas nach Twitter und Whatsapp hinüber. Viele schickten mir einen Standardgruss, natürlich. Viele gratulierten aber auch sehr herzlich.

Wenn die Rede davaon ist, daß Autisten etwas nicht sehen, dann ist das meist gefolgt von einer Aufzählung ärgerlicher Defizite. Gemeint ist das nicht-Wahrnehmen subtiler, aus neurotypischer Sicht jedoch klarer kommunikativer Signale oder das nicht-Wahrnehmen stiller, gleichwohl als bekannt vorausgesetzter Übereinkünfte und Regeln. Autisten sehen und hören manchmal sprichwörtlich die Fliege an der Wand und rennen dann doch in der sozialen Interaktion mit dem Hirn immer wieder gegen dieselbe Wand, weil sie nicht sehen und nicht verstehen, wann sie anfangen oder aufhören sollen zu reden oder welche Worte und Beiträge in welcher Modulation und mit welcher Gestik und welchem Timing angemessen sind und und und. #Waswirnichtsehen hat dann unmittelbare negative Konsequenzen: der soziale Versuch scheitert, man wird links liegengelassen, traut sich recht bald auch nichts mehr zu und vermeidet diese sinnlosen Versuche, in Kontakt zu kommen.

#Waswirnichtsehen hat aber auch eine ganz andere Komponente, die nicht mit sichtbaren negativen Konsequenzen, sondern mit dem Fehlen positiver Konsequenzen zu tun hat. Wir Autisten übersehen nämlich habituell auch positive soziale Zeichen. Wir können nur ahnen, wann jemand mit uns Kontakt haben möchte, wer uns sympathisch findet oder wer uns gar bewundert.

Und wie oft mag mir schon die Sympathie von jemandem entgangen sein? Wie oft mag ich schon unnahbar erschienen sein und hab gar nichts mitbekommen, von dem, was zwischen den Zeilen ablief? Bemerkungen von Freundinnen, wer mich angeschaut hat. Irritierte Nachfragen von meinem Mann, warum ich auf ein Gespräch nicht eingegangen bin. Plötzlich eingefrorene Mimik und demonstratives Sich-Abwenden von mir, weil ich routiniert-freundlich und irgendwie distanziert war, weil ich das Interesse des Gegenübers nicht als persönlich an mir identifiziert hatte. Also, nicht schnell genug, aber darauf kommt es ja an. Und wie oft ging ich zu einem social event mit, in der vollen Überzeugung „die brauchen mich eh nicht, es ist egal, ob ich anwesend bin“, weil ich Autistin keine emotionale Sicherheit entwickeln konnte darüber, wie die Betreffenden zu mir stehen.

Generalisiert spiegelt sich das in diesem ganz speziellen autistischen Fremdheitsgefühl wieder, bekannt als „wrong-planet Syndrom“. Autisten nennen sich dann autländer oder outerspace oder Frau Anders, und jeder Autist weltweit kann sofort nachvollziehen, warum das so richtig ist.

So ein durchgehendes Fremdheitsgefühl kenne ich als Psychologin sonst nur von schwer persönlichkeitsgestörten, traumatisierten oder depressiven Patienten. Als Autist bekommt man es frei Haus geliefert, von Geburt an, ohne Retourenschein…

Und leider, dieses Positive, #waswirnichtsehen: es entgeht uns damit so viel! Hätte ich diesen Geburtstag anonym gelassen – ich hätte weiterhin nur schemenhaft gewußt, wieviele Menschen mich registrieren, wer mich schätzt und wer mich ins Herz geschlossen hat.

Gott sei Dank, ich hab mich getraut, und jetzt schweb ich noch ein Weilchen auf diesem frohen Gefühl!

Der junge Mann (2)

Ich schrieb hier über einen jungen Mann, den ich im Sport manchmal sehe. Das ist fast ein Jahr her, noch immer taucht er regelmäßig auf (ich auch, btw). Damals spekulierte ich ein wenig, was mit ihm sein könnte. Inzwischen weiß ich, er ist in irgendeiner Weise geistig behindert, und hätte man mir das nicht gesagt, ich hätte es an seiner Unterschrift gesehen: er schreibt seinen Namen krakelig und kaum einmal richtig…

Oft steht er nur verwirrt daneben, wenn alle auf den Anfang warten, ohne Verbindung zu den anderen. Jetzt hat ihn mal jemand angesprochen, und ich sah ihn das erste Mal lachen. Erleichtert lachen.

Es ist eine kleine Stadt, und ich kenne mittlerweile noch mehr Randfiguren, Menschen, die beeinträchtigt sind, abseits von den großen Cliquen stehen, aber ihren Platz haben. Vom Sehen her kennt „man“ sie, und sie laufen halt irgendwo so mit, still belächelt.

Und ich?

Ich kann meinen Namen fehlerfrei schreiben, sogar in Doktorschrift. Ich kann noch viel mehr fehlerfrei schreiben. Ich kann in der Zeitung das schwere Sudoku lösen, und aus diesem und anderem schließe ich, ich bin nicht geistig behindert und einigermaßen intelligent. Ich habe mein berufliches Auskommen, Familie, war noch nie im Heim oder Knast oder sonstwo.

Und trotzdem, dort, in der Turnhalle, bin ich diesem jungen Mann oft gedanklich und innerlich näher als allen anderen Frauen, denen ich äußerlich gleichsehe. Ich frage mich, ob ich auch so offensichtlich seltsam und ungelenk wirke, und vermute, oft ja.

Und bin schon froh, daß ich mir diese Fragen neutral stellen kann. Es ist, wie es ist.

 

Quickshot /Wissen. Wollen.

Der Kollege wußte seit kurzem von meinem Asperger-Dasein (das Wort Diagnose stört mich immer mehr…). Er hatte sich belesen und erzählte mir, was er an Fallgeschichten von Hochbegabung und Inselbegabung erfahren hatte. Ich sah ihn an und konnte nur erwidern, daß  mir solches leider nicht widerfahren sei: ich sei weder hoch- noch irgendwie inselbegabt. Nur autistisch. Dann sahen wir uns an, und prusteten los bei dem Gedanken, wie ungerecht das sei: mit Autismus geschlagen, aber trotzdem kein Genie…

Tja nun, die Tendenz, sich in Wissensgebiete hineinzufressen, Dinge und Fähigkeiten selbständig zu erarbeiten und Spezialinteressen zu hegen und zu pflegen, habe ich nun auch, ebenso wie meine Kinder, ohne daß ich deswegen besonders talentiert oder genial wäre.

Daraus resultieren dann im Lauf der Zeit einige Erinnerungen, die mir heute blitzartig wieder einfielen und die ich im Nachhinein mit Liebe und Sympathie betrachten kann. Spezielle Erlebnisse, die bestimmt viele Autisten-Mamas und -Papas kopfschüttelnd, aber doch lächelnd mit mir teilen:

Drei Musikinstrumente, die ich selbst organisierte und autodidaktisch erlernte. Bücher, Sprachen, Zeichnen, Kunst, Kunstgeschichte, Garten, Kräuter… wenn mir etwas gefiel, wollte ich es auch intensiv betreiben. Viel davon ist schon wieder vergessen.

Wie die Kinder dutzendweise dasselbe Motiv malten, in allen Variationen. Kindergärtner und Lehrer, die sich und uns kopfschüttelnd fragten, woher das ganze Wissen kommt. Wie wir bibbernd in verschiedenen Museen standen und hofften, die Kinder würden den Museumsführer nicht bis auf die Unterhosen blamieren mit ihren Detailfragen. Polizisten und Feuerwehrleute, die bekannten, dieses Kind wisse mehr als sie. Eltern anderer Kindergartenkinder, die darüber staunten, wie präzise die Kinder nachfragen. Nicht unterrichtete Freunde und Nachbarn, die aufhorchten, weil die Kinder engagiert und anspruchsvoll diskutieren wollten, nicht nur irgendwie. Klassenkameraden, die zugebombt wurden mit Details zu Serien und plots. Freunde der Kinder, die sich fanden, weil ein zufälliges Stichwort eine Art Geheimwissen offenbarte, und gleichzeitig die Zugehörigkeit zum Clan der Alles-wissen-Woller…

Quickshot /Autisten im Beruf

Ich las heute einen Artikel über John Cryan, Vorstandsschef der Deutschen Bank. Es wurde beschrieben, er sei studierter Physiker, weswegen er gut mit der Kanzlerin könne, und ein weiteres DeutscheBankVorstandsmitglied habe er mit Details aus dessen Physik-Abschluß getriezt.

Ich schaue meine Kinder an und denke: einerseits haben sie es vielleicht mal leichter als ich auf dem Arbeitsmarkt. Sie können ihren Autismus erklären, selbstsicherer ihre Vorzüge präsentieren. Sie können auf ein breiteres Wissen bei Arbeitgebern und Kollegen hoffen und dieses aktiv fördern. Vielleicht einmal Integrationshilfen beanspruchen.

Andererseits ist da Cryan, ein klassischer Quereinsteiger. Das ist heute ja auch immer häufiger: superspezielle Anforderungen, superspezielle Studiengänge, Voraussetzung von Flexibilität von Wissen, Ort und Person. Je spezieller die Ausbildung, je schneller der Arbeitsmarkt sich ändert, desto mehr wird gefordert, sich selbständig öfter zu bewerben, sich auf neue und bisher unbekannte Gebiert einzulassen. Auslandserfahrung, viele Praktika, viele lebenslange Zusatzqualifikationen. Blindbewerbungen und Quereinstiege.

Bei all meinem immer noch hohen Wissensdurst: kann sein, daß ich in diesem Bewußtsein von vornherein aufgegeben hätte. Mal eben sich fachfremd präsentieren? Mal eben in einer neuen Stadt alles organisieren? Grauenhaft!

Und andererseits höre ich im Beruf viele Geschichten von vielen Arbeitsplätzen. Genug, um zu wissen: es wird überall nur mit Wasser gekocht. Nirgendwo fallen Meister vom Himmel. Nirgendwo gibt es Platz nur für Superhirne.

Meine Kinder kommen bald in die Lage, erste Praktika zu machen. Ich versuche, ihnen mein Wissen weiterzugeben und sie zu ermutigen, sich auf ihre Fähigkeiten zu verlassen. Das ist mein grosses Anliegen: ihnen klarzumachen, daß sie ganz tolle MetaFähigkeiten haben, die sie nutzen und mit denen sie beeindrucken können. Skills wie schnelles Verstehen, systematisches Denken, Detailgedächtnis, Korrektheit. Skills, die sich mancher wünschen würde, um sich schnell selbständig in neue Situationen einzufinden…

Gedankensplitter /Landleben

Dieser Tage war ich einkaufen, suchte nach Shampoo, und vor dem Regal sprach mich ein stark sehbehinderter Mann an. Ein paar Minuten lang erklärte ich ihm die Unterschiede und Preise der Shampoos, bis sein Zivi auftauchte und mich „ablöste“.

Das wäre nicht weiter bemerkenswert, aber es gehört zur Anekdote dazu, daß ich den Mann vom Sehen her schon lange kenne. Ich kenne auch die beiden geistig behinderten jungen Menschen, die im Sport oft mitmachen. Ich weiß, wo Behinderte hier in der Stadt unterkommen und wer in dem Bereich arbeitet. Der Lehrling, der mal mit den Handwerkern mitkam, mit schwerer Sprachbehinderung. X Mütter mit x Kindern mit x Problemen und Förderbedarf.

Und nicht nur „Kranke“ „Auffällige“ „Behinderte“: ich kenne einfach viele Geschichten von sonstigen  Menschen mit Spleens, Lebenskrisen, oder einfach nur Charakteristika.

Dabei bin ich sozial eher faul. Mich selbst kennen wenige Menschen (schon gar nicht persönlich), und mein whatsapp-account zittert insgeheim, wie lange er sich noch so nennen darf…

Aber so ist das hier auf dem Land: wer nicht direkt an einer Demenz leidet und eben auch einkaufen oder mal in eine Lehrersprechstunde gehen muß, wird im Laufe der Jahre in ein Netz miteingewoben. Und auch wenn ich schon öfter über Einsamkeitskrisen geschrieben habe, oder über das immer wiederkehrende Drama, als Autistin wenig bis keine Kontrolle über Beziehungsverluste zu haben (meist nicht einmal eine Erklärung dafür): ich bin trotzdem Teil eines steten sozialen Prozesses, ich habe einen eigenen Platz darin. Und wenn ich „nur“ den Platz der komischen Unbekannten einnehmen sollte. (Aber so arg ist es insgesamt gar nicht.) Und umgekehrt, je länger ich hier lebe, desto vertrauter werden mir die Menschen, desto mehr Details sehe ich im Netz, desto wärmer oder ruhiger wird mir innerlich, wenn die gewohnte Verkäuferin an ihrem Platz ist und die Tochter des Handwerkers jetzt auch Klavier vorspielt usw usf..

In den letzten Jahren war ich ab und zu tageweise in der Großstadt, auch in unbekannten. Ich war jedesmal „geflasht“, begeistert und ich wollte so viel es geht mitbekommen. Die vielen Eindrücke, Freiheiten und die Anonymität haben mir Auftrieb gegeben: ich lief wie ein Kind im Spielzeugladen mit offenem Mund umher und fand alles toll.

Andererseits verfolgt mich die Sehnsucht nach dem völligen Alleinsein. Nach einer Hütte irgendwo im Nirgendwo, und einmal in der Woche wirft ein Flugzeug Lebensmittel ab, und den Rest der Zeit verbringe ich im Internet oder auf meinem Selbstversorgerhof.

Aber je länger ich jetzt hier auf dem Land lebe, desto öfter denke ich auch: es passt hier richtig gut. Ich möchte hier ein dickes Lob und einen tiefen Seufzer der Erleichterung loswerden: genau in diesem kleinteiligen Umfeld hat ein Mensch wie ich viel mehr Chancen, als in einer größeren, anonymeren Umgebung. Ich verfolge in den anderen blogs und auf twitter wohl mit, welche Schwierigkeiten es alles geben kann mit der Integration und Inklusion. Toi toi toi, ich erlebe in meinem Umfeld nur einen kleinen Teil davon. Das liegt wohl auch daran, daß die Menschen um mich herum relativ entspannt sind, soziale Brennpunkte sind selten. Man kann es sich leisten, großzügiger miteinander umzugehen. Man kennt sich, über meinen Mann hab ich ohne mein Zutun schon Anknüpfungspunkte, über die Kinder auch. Und wer einen Menschen nicht erst als Person, sondern auch über Bekannte, Eltern, Erzählungen kennenlernt, dem ist dieser Mensch schon ein gutes Stück vertrauter und vertrauenswürdiger. Meine grosse Hoffnung ist, daß meine Kinder davon profitieren werden, wenn sie einmal einen Praktikumsplatz und ähnliches suchen.

Ich bin noch am Grübeln, wieviel ein Medium wie twitter dazu beiträgt, daß ich mich langsam besser in die hiesige Gesellschaft einfinde. Ich glaube, es trägt viel dazu bei. Intuitiv würden die meisten Menschen wohl das Gegenteil behaupten und davon ausgehen, daß die tägliche virtuelle Kommunikation der Alltagskommunikation eher schadet, weil sie Zeit kostet und ablenkt.

Das tut sie natürlich, und ein 1:1-Ersatz kann sie nicht sein. Ich muß die virtuelle Kommunikation schon begrenzen.

Aber wenn ich zurückdenke, bin ich die meiste Zeit meines Lebens irgendwie mehr schlecht als recht „mitgeschwommen“. Meine Eltern waren, aus mehreren Gründen, selbst am Rande der Gesellschaft. In der Schule war ich mir selbst überlassen, ich war halt da, weil ich halt da war. Erst in der Arbeit bekam ich allmählich ein Gefühl von „Historie“. Ich finde keinen besseren Begriff für die Tatsache, daß es gemeinsamer Erfahrungen bedarf, um Gemeinsamkeit zu entwickeln. Und erst, seit ich mich auf Facebook und twitter eingerichtet habe, erlebe ich intensiv, wie so ein soziales Netz für mich funktioniert. Ich schreibe bewußt, für mich, denn beobachten und beschreiben kann ich die Mechanismen schon lange, aber erst n den letzten Jahren öffnet sich mein Erleben für meinen eigenen Platz.

Liebes spießiges und ach so langweiliges Landleben, du tust mir im Moment richtig gut!

 

Quickshot /Charisma Kollegen und beides zusammen

Hmm… Folgendes hatte ich getwittert:

huebsche NT👸 laechelt u quasselt viel. Alle: welches Charisma!

ich: schufte. Alle: jo ganz ordentlich 😩😫😠

Das hat doch zu ein paar Mißverständnissen geführt, die man auf 140Zeichen schlecht behandeln kann. Deshalb versuch ich hier nochmal zu beschreiben, was ich meinte.

Nur am Rande meinte ich nämlich Frust darüber, daß meine Arbeit irgendwie weniger wahrgenommen würde oder daß eine attraktive Frau es leichter hat. Ich bin ja nicht doof, ich weiß genau, daß es meist so läuft. Überall haben es offene und gutaussehende Menschen anfangs leichter, und die, die sich selbstbewußt und kontaktfreudig vertreten und zu gegebenem Anlaß auch mal angeben, haben mehr Erfolg. Ja.

Ich leide auch nicht, weil meine Leistung übersehen wird. Das wird sie nicht, im Gegenteil. Ich kann auch unterscheiden, wer was wann sagt, wie ernst es gerade ist und wie verkürzt manches rüberkommt. So ein lächelndes Kompliment aus dem Augenblick heraus ist manchmal schnell vergessen, und es wird nicht von allen geteilt, die Beifall klatschen. Btw, der es aussprach, verehrt auch Helene Fischer ob ihrer Künste, also so what?

Ich kann auch wahrnehmen, daß besagte Leute manchmal von mir gefrustet sind, weil ich genau spüre, sie würden gern mit mir besseren Kontakt pflegen können. Und da fängt mein Problem an:

Wenn mir die Szene Unbehagen bereitet, dann, weil ich sie analysieren kann, solange ich will. Und ich kann schauspielern, so viel ich will. Es wird mich Kraft kosten, es wird mir Teilanerkennung bringen, aber es wird mich nie so in den warmen Mittelpunkt bringen wie es für andere selbstverständlich ist. Es wird immer ein „Ja, du auch“ bleiben. Wir werden immer Fremdheit zwischen uns haben. Und: ich werde immer wieder davon kalt erwischt. Obwohl ich es weiß, und gerade wenn es scheinbar gut läuft – es kommt der Moment, wo ich wieder „draußen“ bin, und das Einzige, was dann hilft, ist, das nicht als Ohrfeige zu empfinden, sondern als unausweichlich.