Fremdeln

Ob auf Twitter oder auf Facebook, manchmal fange ich mittendrin an, mir irgendwelche Profilbilder anzuschauen. Ich lass es gleich wieder, denn es tut mir selten gut. Das hört sich erst mal nach Masochismus an, ist aber eher eine Art von Suche.

Ich schau dann oft die Bilder schicker Damen an. Ich selbst seh nicht wirklich gut aus, und zuerst dachte ich, es ginge darum. Mir klarzumachen, dass die Damen besser aussehen als ich. Selbstmitleid zu erzeugen. Nein, passt nicht. Das bin ich nicht. Dann dachte ich, nicht nur das Aussehen, die wirken so fröhlich und selbstbewusst, zieht mich das an?

War auch knapp daneben, wie ich jetzt begriffen habe. Denn ich las über mehrere neuere Studien, zusammengefasst ergaben sie folgendes: Autisten werden von Nichtautisten in kürzester Zeit als seltsam wahrgenommen und als Interaktionspartner in die zweite Reihe geschoben. Bei Autisten wiederum variiert die soziale Angst und mit ihr die soziale Kompetenz. Nimmt man ihnen einen Teil der Angst, verhalten sie sich auch weniger schräg. Einfühlen und erfolgreich kommunizieren wiederum hängen davon ab, ob man sich als zusammengehörig empfindet und sich im Kontakt aufeinander “einschwingen“ kann.

(Alles im Detail in den Tweets von @leoschilbach nachzulesen, danke dafür!)

In der Summe ergibt dies meine wohlbekannte Erfahrung in wohlbekannter Reihenfolge. Irgendwo neu hinkommen. Sofort Befremden auslösen und ignoriert werden bzw. gelernt haben. Sich zurückhalten, weil man dann wenigstens nicht noch mehr kaputtmacht. Das Ganze in einer sich stabilisierenden Dauerschleife. Der Eindruck, einfach falsch zu sein, wächst und festigt sich unmerklich zur Überzeugung. Manchmal schraubt sich die Spirale schnell hoch, in ein paar Minuten.  Unter dieser Anspannung geht Blickkontakt manchmal kaum noch, er sticht richtig, und damit kann man sich auch schwer mit jemandem synchronisieren, sich auf ihn einstellen oder sich “blind verstehen“. Auf jeden Fall aber wird es Jahr für Jahr schwerer, an das Gegenteil zu glauben. Am Arbeitsplatz, an meinem Heimatort, entsteht langsam, sehr langsam so etwas wie Verbundenheit, aber mit der Fremdheitserfahrung braucht es wirklich lange, sich einfach mal richtig zu fühlen. Oder nur nicht-falsch…

Ich begreife jetzt: was ich versuche, aus den Profilbildern herauszufiltern, ist das Geheimnis, wie mensch es schafft, auf den ersten Blick sympathisch und annehmbar zu wirken. Wo liegt es? In der Schönheit, Ebenmäßigkeit, dem Augenaufschlag, der Ironie, der Distanz??? Ich kann es nicht verstehen. Ich bin einfach anders, und ich werde als anders behandelt. Aber ich versuche immer wieder, doch noch eine Spur zu finden.

Und umgekehrt ist es auch so, dass die Fähigkeit, unbefangen oder wenigstens angstfrei auf Nichtautisten zuzugehen, stetig abnimmt. Bei meinen Kindern ist es inzwischen so:

Der Mann ist ein Verwandter, mit dem wir neulich, alle in trauter und friedlicher Runde, Stunden verbracht haben. Und gelacht haben und uns ausgetauscht haben. So etwas habe ich mit meinen Kindern leider, leider schon lange nicht mehr erlebt. So entspannt habe ich diese Situation noch nie mit ihnen erlebt. Alle anderen Verwandten werden gemieden, denn keiner von diesen kann sich damit zurückhalten, die Kinder auf irgendeine Ungewöhnlichkeit anzusprechen. Oder verwundert zu sein. Oder nach Zeichen von sogenannter Normalität zu forschen. Oder uns rüberzuschieben, wir sollten doch mal strenger sein. Das hat leider zur Folge, daß auch Freunde von uns weitgehend gemieden werden. (Es kommen sowieso sehr selten Freunde zu Besuch).

Keine Lösung in Sicht, außer die wenigen Ausnahmen zu genießen, und sich alle Vorwürfe zu sparen.

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Gedankensplitter/ Erleichterung

Die letzte Woche war sozial richtig intensiv. Soviele Menschen wie an diesen vier Abenden treffe ich im Privaten sonst in einem halben Jahr. Vielleicht. Und das Spannende ist: jedes Treffen war mit anderen Menschen, jeweils ein anderer Kontext, eine andere Zeit, die mich und sie verbindet.

Im ersten Treffen war mir zwischendrin plötzlich traurig zumute. Jemand mir Wichtiges erschien unangenehm, klagend. Jemand anders, den ich immer mochte, redete an mir vorbei, wie immer, seit er weiß, dass ich Autistin bin. Ich fing an, mich unwohl zu fühlen, und ärgerte mich gleichzeitig, weil ich diese Kontakte beibehalten will. Eine nette Runde, und ich wollte nicht schon wieder an den Rand geraten.

Etwas kippte. Erstaunt registrierte ich einen völlig neuen Gedanken: mir wurde klar, dass diese Runde auch wegen mir noch besteht. Ich konnte meinen Beitrag plötzlich erkennen. Es ist auch mein Beitrag, wenn diese Menschen zueinander gefunden haben. Für diese Menschen war ich immer Ruhepol, Ratgeberin. Ich habe viel investiert, um zu helfen, anzuleiten, auszugleichen. Wäre ich nicht beteiligt gewesen am guten zwischenmenschlichen Klima, damals…wir würden nicht bis heute gern an diese Zeit zurückdenken, und die Runde wäre gar nicht eröffnet worden.

Und einmal auf diese Spur gebracht, konnte ich auch bei den weiteren Treffen darauf achten: auf meine Rolle, darauf, dass ohne meinen Beitrag einiges nicht so stabil wäre, und wenn nicht alle respektvoll miteinander umgehen, fühlt sich am Ende wohl keiner wohl. Ich stellte erstaunt fest, wie viel Menschen noch von mir wissen, in deren Leben ich doch scheinbar gar nicht vorkomme.

So viel zum Thema Klischee versus Realität.

Der Erwartung entsprechend, die man Autisten entgegenbringt, fallen mir solche Treffen schwer. Ich werde schnell müde, es strengt sehr an. Nach einer Stunde, in der ich mich noch zusammenreissen und einbringen kann, sacke ich allmählich zusammen und trage fast nichts mehr zur Unterhaltung bei. Oder ich spule die  immer gleichen paar Sätze ab. Oder lache einfach immer mit. Oder werfe zufällig Sätze ein, die zur Hälfte im ratlosen Blick der anderen verpuffen. Sicher langweilig mitzuerleben.

Aber eigentlich macht das nicht so viel aus. Denn  was dem autistischen Klischee fehlt, ist das, was Autist langfristig beitragen kann, und das ist nicht so vordergründig: Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit, Konstanz, ruhiger Umgang mit Problemen, Sachlichkeit, Unbestechlichkeit, Fairness, respektvoller Umgang, Toleranz, Abneigung gegen Vorurteile.

Ich hab das jetzt bewusst so betont und breit getreten. Nicht, um anzugeben oder mich herauszuheben. Sondern um zu betonen, dass auch solche unscheinbaren und manchmal bescheidenen Eigenschaften ihren Wert haben und das Miteinander unmerklich angenehmer machen.

Abgehakt

Ich treffe die Nachbarin auf dem Markt, wir unterhalten uns ein bisschen, da guckt sie mich vertraulich an und fragt: „Sag mal, deine Kinder, wo sind die den ganzen Tag? Die sieht man ja nie im Garten, wollen die nicht raus?“

Ach, Nachbarin. Nein. Die wollen nicht raus.

Ich nuschel was von „Pubertät, du weißt schon…“.  Die Frau ist nett, aber wir sind uns nicht so nahe, daß ich ihr vom Autismus erzählen würde. Wir sprechen nur kurz, und ich will nicht, daß sie mit einer Klischeevorstellung nach Hause geht.

Wie schon anderswo erwähnt: die Kinder wollen auch ganz explizit nicht geoutet werden.

Mir fällt die Episode ein, weil K2 heute gefragt hat, ob mein Mann mit ihm Federball spielt. K2 macht so etwas manchmal, aus Prinzip. Obwohl das letzte Spiel im Streit endete. Er war am Limit, weil ständig Nachbarn vorbeiliefen, als mein Mann ihn auch noch kritisierte. Daraufhin warf er den Schläger hin und ging. Mein Mann war perplex, weil er den Stress nicht nachvollziehen konnte. Ich bewundere unseren Sohn schon dafür, daß er es immer wieder versucht. Ich selbst erinnere mich nur sehr ungern an die paar Mal, als ich als Kind Federball spielte: motorisch ungeschickt und dann auch noch vom Gegner lächerlich gemacht.

Federball geht manchmal. Sportverein wurde aufgegeben, weil die soziale Belastung an einem Punkt unerträglich wurde, als eine Trainerin wegen eines verschwundenen Euros ausflippte und alle bestrafte. Trampolin, Tischtennis, Kicker. Besitzen wir. Bäder sind mehrere ums Eck. Wurde alles genutzt, eine Zeit lang auch intensiver. Aber jetzt, in der Pubertät, können wir die Kinder nicht mehr einfach ins Auto packen und irgendwo hinfahren. Zum Einen. Zum Anderen ist ihnen die Anwesenheit der Nachbarn jetzt schmerzlich bewußt: sie meiden den Garten, wo man sie beobachten und ansprechen könnte. Was unsere Nachbarn ja auch tun. Und fast nichts hassen unsere Kinder mehr (und wie gut ich das verstehe…) als die scheinbar oberflächlichen, und dabei doch eher abschätzig-bewertenden Kommentare von Nachbarn und Bekannten. Ein undankbares Gefühl, etwas nicht zu können, dann mit denen verglichen zu werden, die das ganz easy finden,  und dann auch noch auf diese spezielle Art des smalltalks nicht gut antworten zu können.

Das sind also alles Dinge, die abgehakt sind.

Es geht zwar allgemein die Klage, die Kinder heutzutage bewegten sich nicht mehr. Und alle mir bekannten Mütter von Teenies witzeln über den Nachwuchs, den man nur noch am Esstisch zu Gesicht bekommt. Und doch, mit autistischen Kindern ist es nochmal ganz anders. Denn man muß als Eltern hoffen, daß sie ein Spezialinteresse finden, daß sie in Bewegung bringt, oder Freunde. Ansonsten fällt es ihnen schwer. Es ist ihnen komisch, „einfach so“ rauszugehen, ob  Spaziergang, Rad oder Schwimmen. Ohne eine festgelegte Route, einfach frei Schnauze, finden sie sich nicht zurecht. Ich versteh das,  auf unserem Trampolin war ich auch nur, wenn ich wußte, welche Sprünge ich vorhatte und wenn ich mitzählen konnte. Jedenfalls bin ich sehr froh, daß sie wenigstens Grundfertigkeiten gelernt haben. In meiner Kindheit hatte ich nichts davon, so daß ich als Erwachsene erst lernen mußte, mit schwimmen zu gehen oder bergzuwandern.

Es wird Herbst, alle Gerätschaften werden überwintern. Und nächstes Jahr müssen wir uns zusammensetzen, um zu entscheiden, ob wir etwas davon verkaufen, oder ob wir kleine gemeinsame Bewegungsroutinen aufbauen, damit wir alle uns besser aufraffen können.

Quickshot /Elefantengedächtnis

Es ging beim Frühstück um ein Zeitungsinterview. Der Dirigent Sir Simon Rattle sprach über seine autistische Schwester, und wie sie ihn beeinflusst hätte. Er schilderte von ihr eine ganze Reihe von Eindrücken und Verhaltensweisen, dabei kamen natürlich auch Dinge wie Spezialinteresse, Detailwissen und Detailgedächtnis zur Sprache.

Und jetzt hätte ich gerne Zeit, zwei altbekannte autistische Dimensionen in meinem Bild von Autismus miteinander zu verknüpfen.

Das eine ist das Detailwissen und „Elefantengedächtnis“, beides kenne ich von mir. Wobei ich mit „Elefantengedächtnis“ auch wörtliches Gedächtnis meine, also Erinnern von konkreten, lokal und räumlich gebundenen Kleinigkeiten statt eines allgemeinen Eindrucks, in dem Erinnerungen aus dem gleichen Zeitraum miteinander vermengt werden.

Das andere ist die im Unterschied zu Neurotypischen veränderte soziale Wahrnehmung, wiederum die Detailwahrnehmung und -fokussierung, die Notwendigkeit, sich im Kontakt vor einer Reizüberflutung zu schützen, und der Rückbezug auf eher stereotype Verhaltensmuster, weil die impliziten, schnell sich anpassenden Regeln für mich unsichtbar sind.

Und ich frage mich, wieviel das in Beziehungen von Autisten wohl ausmacht, um wieviel anders Autisten Freundschaften und andere Beziehungen wohl erleben? Wenn nicht nur die Gegenwart, sondern auch die gemeinsame Erinnerung anders strukturiert und anders gewichtet sind? Mein Bewußtsein von Vergangenheit ist ja vermutlich ein komplett anderes?

Wäre in meinen Augen eine spannende Forschungsarbeit, oder vielleicht gibt es das auch schon?
Update: http://www.netzpiloten.de/erinnerung-selbstwahrnehmung-autismus/?utm_content=buffer0a57a&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

Ein Ansatz zu der Frage

#Waswirnichtsehen…

Vor kurzem twitterte ich, daß ich möglicherweise „sozialen Selbstmord“ begangen hätte. Selbstredend war das scherzhaft gemeint. Also, mehr oder weniger…

Tatsächlich hatte ich nichts weiter getan, als auf Facebook meinen Geburtstag sichtbar einzustellen. Und damit befand ich mich sofort in nervöser Vorerwartung: würde irgendjemand darauf reagieren? Ich habe über 100 „Facebook-Freunde“, von denen ich nur eine (maximal zwei) Handvoll manchmal im realen Leben treffe. Ich war schon fast überzeugt, daß mir keiner gratulieren würde und meine soziale Existenz damit nachweislich verstorben.

Es wurde nicht so schlimm, im Gegenteil: an diesem Geburtstag haben mir so viele Menschen wie nie zuvor gratuliert. Von Facebook aus schwappte etwas nach Twitter und Whatsapp hinüber. Viele schickten mir einen Standardgruss, natürlich. Viele gratulierten aber auch sehr herzlich.

Wenn die Rede davaon ist, daß Autisten etwas nicht sehen, dann ist das meist gefolgt von einer Aufzählung ärgerlicher Defizite. Gemeint ist das nicht-Wahrnehmen subtiler, aus neurotypischer Sicht jedoch klarer kommunikativer Signale oder das nicht-Wahrnehmen stiller, gleichwohl als bekannt vorausgesetzter Übereinkünfte und Regeln. Autisten sehen und hören manchmal sprichwörtlich die Fliege an der Wand und rennen dann doch in der sozialen Interaktion mit dem Hirn immer wieder gegen dieselbe Wand, weil sie nicht sehen und nicht verstehen, wann sie anfangen oder aufhören sollen zu reden oder welche Worte und Beiträge in welcher Modulation und mit welcher Gestik und welchem Timing angemessen sind und und und. #Waswirnichtsehen hat dann unmittelbare negative Konsequenzen: der soziale Versuch scheitert, man wird links liegengelassen, traut sich recht bald auch nichts mehr zu und vermeidet diese sinnlosen Versuche, in Kontakt zu kommen.

#Waswirnichtsehen hat aber auch eine ganz andere Komponente, die nicht mit sichtbaren negativen Konsequenzen, sondern mit dem Fehlen positiver Konsequenzen zu tun hat. Wir Autisten übersehen nämlich habituell auch positive soziale Zeichen. Wir können nur ahnen, wann jemand mit uns Kontakt haben möchte, wer uns sympathisch findet oder wer uns gar bewundert.

Und wie oft mag mir schon die Sympathie von jemandem entgangen sein? Wie oft mag ich schon unnahbar erschienen sein und hab gar nichts mitbekommen, von dem, was zwischen den Zeilen ablief? Bemerkungen von Freundinnen, wer mich angeschaut hat. Irritierte Nachfragen von meinem Mann, warum ich auf ein Gespräch nicht eingegangen bin. Plötzlich eingefrorene Mimik und demonstratives Sich-Abwenden von mir, weil ich routiniert-freundlich und irgendwie distanziert war, weil ich das Interesse des Gegenübers nicht als persönlich an mir identifiziert hatte. Also, nicht schnell genug, aber darauf kommt es ja an. Und wie oft ging ich zu einem social event mit, in der vollen Überzeugung „die brauchen mich eh nicht, es ist egal, ob ich anwesend bin“, weil ich Autistin keine emotionale Sicherheit entwickeln konnte darüber, wie die Betreffenden zu mir stehen.

Generalisiert spiegelt sich das in diesem ganz speziellen autistischen Fremdheitsgefühl wieder, bekannt als „wrong-planet Syndrom“. Autisten nennen sich dann autländer oder outerspace oder Frau Anders, und jeder Autist weltweit kann sofort nachvollziehen, warum das so richtig ist.

So ein durchgehendes Fremdheitsgefühl kenne ich als Psychologin sonst nur von schwer persönlichkeitsgestörten, traumatisierten oder depressiven Patienten. Als Autist bekommt man es frei Haus geliefert, von Geburt an, ohne Retourenschein…

Und leider, dieses Positive, #waswirnichtsehen: es entgeht uns damit so viel! Hätte ich diesen Geburtstag anonym gelassen – ich hätte weiterhin nur schemenhaft gewußt, wieviele Menschen mich registrieren, wer mich schätzt und wer mich ins Herz geschlossen hat.

Gott sei Dank, ich hab mich getraut, und jetzt schweb ich noch ein Weilchen auf diesem frohen Gefühl!

Gedankensplitter /Halt oder Fessel?

„I like when socialising is easy, when I don’t have to prove anything“

/Quote by @elsaess auf twitter

 

Es ist wahr, ich habe ein whatsapp-Konto, aber das ist für mich schon revolutionär. Ich bin sozial am lebendigsten in meiner Familie, dann in meiner Arbeit, dann auf twitter, und irgendwo danach auf facebook oder in der Nachbarschaft oder Bekanntschaft oder so. Ich nutze Facebook so, wie ich mit Bekannten kommuniziere: ich lasse mich mal blicken, sorge dafür, daß ich irgendetwas beitrage, daß „man“ meine Anwesenheit und mein Interesse wahrnimmt, und das war es dann. Seltenst fragt jemand nach mir. Ich hab auch Geburtstage konsequent ausgeschlichen, nur noch meine Familie gratuliert.

Ich kenne zwei Verdachtsautisten (ich nenn sie so, sie wissen es nicht). Bei beiden hab ich in der Beziehung mitbekommen, was vielleicht überall zwischen Autist und NT  zum Streitfall wird:Eine Zeit lang läuft der Alltag so dahin, dann kommt eine stressigere Phase, und plötzlich wird dem Partner /der Partnerin bewußt, daß so ein/e Autist/in sich so gar nicht um weitere soziale Kontakte kümmert, solange der Alltag klappt. Er hat seine Aufgaben, seine Routinen, alles andere interessiert ihn scheinbar nicht. Das wirkt wohl wirklich desinteressiert oder auch mal arrogant, wenn ich z.B. auf die Do(o/r)ftussen zu schimpfen anfange, mit denen ich eh nichts zu tun haben will. Dabei ist dieses Schimpfen schon eine Art, sich gegen Überforderung oder Anpassungsdruck zu wehren. Denn der Alltag ist für sich schon anstrengend genug, dann noch Leute anrufen oder sich an Leute anpassen, die mit mir so, wie ich im Grunde bin, nichts, aber auch gar nichts anfangen können…

Jedenfalls gibt es dann Streit, Vorwürfe, Frust. Der NT-Partner ist gefrustet, weil er initiativ werden muß. Der A-Partner ist gefrustet, weil er ja gar nicht so anti-sozial sein möchte, allein, die Ressourcen reichen nicht. Bei mir ist es so. Ich bin nicht gegen Kontakte, und ich möchte kein Eigenbrötler sein. Aber ich bin meist richtig dankbar und erleichtert, wenn sich ohne mein Zutun eine Verabredung ergibt. Oft macht mir der Kontakt Spaß, und auch wenn ich zu k.o. dafür bin: es interessert mich immer, wie es den anderen so ergeht.

Jedenfalls hab ich ein whatsapp-Konto, das sonst nur alle paar Wochen aktiviert wird, wenn mein Pseudo-Stammtisch sich treffen will. Die anderen Damen haben ja genug Gelegenheit, sich über den Weg zu laufen und zu tratschen, nur an mir läuft das vorbei.

Aber heute, heute hab ich plötzlich 3 Menschen gleichzeitig online gehabt. Die oben genannten Verdachtsautisten. Und einen früher schon erwähnten Bekannten. Und das war so erholsam und angenehm! Ich wünschte, alle meine privaten Kontakte könnten so sein: Kurz. Schweigen erlaubt. Keine langen Einleitungen, keine tausend Umschreibungen, keine ewig zelebrierte Verabschiedung. Trotzdem einig sein. Trotzdem akzeptiert werden. Eine Erklärung, aber keine Entschuldigung, wenn man sich länger nicht gemeldet hatte. Diese ganzen pflichtschuldigen NT-Rituale vernachlässigen zu können (und nein, das ist KEIN mangelnder Respekt), die NTs insgeheim auch oft als zermürbend empfinden. Ich empfinde sie meist als „naja, muß halt“, manchmal als belustigend, und wenn ich selbst müde bin, empfinde ich sie als schwachsinnig und als Strafe.

Es ist ein zehrendes und einengendes Gefühl, dauernd unter diesem Druck zu sein, etwas Bestimmtes sein zu müssen. Ich kann das mitspielen, sogar nachvollziehen, wozu das gut sein soll – aber ich kann daran bis heute nichts Vergnügliches finden. Es engt mich ein auf wenige Rollen, in die ich schlüpfen kann, um dabei zu sein.

Wie schön und tiefenentspannt, jemand um sich zu wissen, der nur ist. Bei dem man nur ist.

Déjà vu

Cave: In diesem Text schreibe ich stereotyp von Autisten, gemeint sind alle, die dem Spektrum zugehören. Ich differenziere nicht weiter, weil ich es selbst als Spektrum wahrnehme, als condition, die bei jedem Betroffenen gleiche Grundzüge hat, aber in seinen Dimensionen und in seiner Bewältigung dann doch sehr unterschiedlich nach außen wirken kann.

In meiner TL hat es wieder einmal gekracht. Ich hab nicht viel davon mitbekommen. Aber zwei von mir gleichermaßen geschätzte Twitterer und Blogger folgen sich jetzt nicht mehr, der Kontakt wurde abgebrochen, scheinbar ohne „Aussprache“ geblockt. Die beiden Texte „MittelSchwerLeicht“ und „ÜberschritteneGrenzen“ geben einen Eindruck vom Thema. Dieses Thema taucht nicht zum ersten Mal auf, seit ich online mit Autisten connected bin, daher der Titel. Einer wirft dem nächsten vor, sich als etwas Besseres zu fühlen, sich über andere zu erheben, den anderen damit abzuwerten. In diesem Fall der Vorwurf, Kanner-Autisten als etwas weniger Gescheites zu behandeln, sich als Asperger-Autist arrogant zu inszenieren. Oder es werden Diagnosen bezweifelt, Ferndiagnosen angestellt, Promi-Autisten und Aktivisten hervorgehoben oder angegriffen.

Solche Grabenkämpfe kenne ich nicht bei anderen Gruppen, sei es bei Kranken oder Behinderten. Jedenfalls nicht in dieser Ernsthaftigkeit. Was wären das auch für Vorwürfe: „Was, du bist nur auf einem Auge blind? Du kannst nicht mitreden!“ „Bist du etwa besser, weil du Borderline und Trauma hast?“

Ich frage mich, woran das liegt? Mir fallen einige Gründe ein, neben dem, daß es wohl menschlich ist, sich zu streiten und gegenseitig in Schach zu halten.

Da ist natürlich der Faktor online-Kommunikation. Sie lässt einem zwar mehr Zeit, nachzudenken, bringt aber auch Unsicherheit mit sich, und manchmal muß man einige Male hin- und hermailen, bis man sich wirklich verstanden hat. Wenn man sich die Zeit nimmt: ich werde da schnell ungeduldig. Das geht direkt im Gespräch besser und mit viel weniger Umstand.

Da spielt natürlich auch die autistische Neigung zur Sturheit mit rein. Diese Unflexibilität im Denken oder dieser Unwillen, sich auf die Denkweise eines Anderen einzulassen, wenn man für sich etwas glasklar als richtig annimmt. „Bist du richtig Autist? Dann musst du aber…“ Ich kann bei meinen Kindern da manchmal nur den Kopf schütteln, wenn ich deren Prinzipienreiterei so beobachte: aber ehrlich, ich bin da auch nicht frei von. Absprachen mit mir sind nicht immer angenehm…

Am meisten fällt mir aber immer wieder auf, wie riesengroß die Erleichterung ist, wenn ein Autist irgendwann im Leben begreift, was mit ihm los ist. Wo er dazugehört. Daß es Menschen gibt, die sind wie er/sie. Autisten haben nicht nur ein gewisses Risiko, ein zwischenmenschliches Trauma zu erleiden (weil sie am Rande und ungeschützter sind, sozial nicht so fit, sich oft nicht wehren können) – ihr Leben ist oft, mindestens bis zur Diagnose, an sich traumatisierend. Damit meine ich: sie sehen sich immer in der Gefahr, wichtige soziale Unterstützung zu verlieren, ausgestossen und abgelehnt zu werden, und sind dabei gleichzeitig hilflos. Denn weder verstehen sie, was da passiert, noch, wie sie es ändern können. Das ist kein Trauma nach den ICD10-Kriterien, aber im Kern sehr ähnlich. Und plötzlich gibt es etwas anderes, plötzlich gehört man dazu, wird akzeptiert, sogar geschätzt!

Die meisten Autisten, glaube ich, machen den Autismus zu ihrem Spezialthema. Die frühere Hilflosigkeit (die ja nicht einfach weg ist) bringt es mit sich, daß man höchst fasziniert bei dem Thema hängenbleibt, es wieder und wieder durchdenkt.

Dann kann, meiner Ansicht nach, auch Folgendes passieren: die neue Identität wird einem so kostbar, daß man niemanden  „Fremden“ da reinlassen will, Sicherheit ist erwünscht. „Bist du richtig Autist? Oder nur „xy“- dann verstehst du mich nicht und schadest mir nur“.

Man will sich auch von niemandem mehr etwas ausreden lassen. Man will diese seine Identität festhalten können. Und: NIE MEHR fremddefiniert sein, nie mehr abgespeist oder abgetan, so wie man es sein ganzes vorheriges Leben kannte.

Und man will partout jetzt dazugehören, alles Trennende muß weg, alle sollen die gleichen Möglichkeiten haben… Man wird hypersensibel auf Versuche der Separation, egal auf welcher Ebene. egal bei wem. Jedenfalls, bei mir ist das so.

Und  warum ich das Ganze schreibe? Weil mir, Streit und Blocken hin oder her, an den Beteiligten viel, viel mehr Gemeinsames auffällt als Trennendes…

 

Quickshot /Autisten im Beruf

Ich las heute einen Artikel über John Cryan, Vorstandsschef der Deutschen Bank. Es wurde beschrieben, er sei studierter Physiker, weswegen er gut mit der Kanzlerin könne, und ein weiteres DeutscheBankVorstandsmitglied habe er mit Details aus dessen Physik-Abschluß getriezt.

Ich schaue meine Kinder an und denke: einerseits haben sie es vielleicht mal leichter als ich auf dem Arbeitsmarkt. Sie können ihren Autismus erklären, selbstsicherer ihre Vorzüge präsentieren. Sie können auf ein breiteres Wissen bei Arbeitgebern und Kollegen hoffen und dieses aktiv fördern. Vielleicht einmal Integrationshilfen beanspruchen.

Andererseits ist da Cryan, ein klassischer Quereinsteiger. Das ist heute ja auch immer häufiger: superspezielle Anforderungen, superspezielle Studiengänge, Voraussetzung von Flexibilität von Wissen, Ort und Person. Je spezieller die Ausbildung, je schneller der Arbeitsmarkt sich ändert, desto mehr wird gefordert, sich selbständig öfter zu bewerben, sich auf neue und bisher unbekannte Gebiert einzulassen. Auslandserfahrung, viele Praktika, viele lebenslange Zusatzqualifikationen. Blindbewerbungen und Quereinstiege.

Bei all meinem immer noch hohen Wissensdurst: kann sein, daß ich in diesem Bewußtsein von vornherein aufgegeben hätte. Mal eben sich fachfremd präsentieren? Mal eben in einer neuen Stadt alles organisieren? Grauenhaft!

Und andererseits höre ich im Beruf viele Geschichten von vielen Arbeitsplätzen. Genug, um zu wissen: es wird überall nur mit Wasser gekocht. Nirgendwo fallen Meister vom Himmel. Nirgendwo gibt es Platz nur für Superhirne.

Meine Kinder kommen bald in die Lage, erste Praktika zu machen. Ich versuche, ihnen mein Wissen weiterzugeben und sie zu ermutigen, sich auf ihre Fähigkeiten zu verlassen. Das ist mein grosses Anliegen: ihnen klarzumachen, daß sie ganz tolle MetaFähigkeiten haben, die sie nutzen und mit denen sie beeindrucken können. Skills wie schnelles Verstehen, systematisches Denken, Detailgedächtnis, Korrektheit. Skills, die sich mancher wünschen würde, um sich schnell selbständig in neue Situationen einzufinden…

Gedankensplitter /Nach dem Fest

Wie hab ich sowas früher nur ohne Probleme ausgehalten?

Nein, falscher Ansatz.

Es geht um ein Geburtstagsfest, beginnend am frühen Abend, ein Hineinfeiern in den Geburtstag, weswegen sich das Fest über sechs Stunden hinzog. Das Ganze in einem Raum einer Wirtschaft, eng bestuhlt. Außer mir und dem Mann wenige, meist entfernte Bekannten.

Falscher Ansatz aus mehreren Gründen. Denn in Wirklichkeit hab ich solche Feste noch nie gut ausgehalten. Auch früher hab ich schon darum gekämpft, irgendwie nicht tot umzufallen und irgendwie nicht total blöde aufzufallen. Aber ich mußte tags darauf nicht so früh fit sein, und ich war in der Großstadt, mit studentischen Bekannten. Die waren locker, hatten selbst ihre Macken. Keine Kleinstadtgesellschaft wie jetzt, wo man sein „Gesicht wahren“ muß, indem man in der allgemeinen Heiterkeit mitschwimmt und sich nahtlos einfügt. Ist ja alles so spaßig hier! So gelungen!

Diesen Spaß jetzt hab ich mit satter Migräne bezahlt, obwohl ich beim Alkohol sehr sparsam war. Aber das lange verkrampfte Sitzen, kaum Sauerstoff, der Geräuschbrei im Ohr, und ich glaube, vor allem die Anstrengung, über Stunden immer die passende Mimik zu produzieren, waren insgesamt dann doch zu viel. Aber es waren neu gewonnene Bekannte,  mein Mann sportelt neuerdings mit ihnen, das ist dann wohl Gruppenzwang…

Jetzt, wo ich mich wieder einigermaßen davon erhole, kann ich das Ganze wieder mit Humor sehen. Ich verstehe zum ersten Mal im Leben, wie Menschen grottendoofe Heimatkrimis und Schlüsselromane schreiben können. Ich hätte jetzt gute Lust darauf.*

Der running gag wäre: alle zehn Minuten kommt jemand vorbei und gibt zu verstehen, daß er eigentlich saumäßig müde ist und dieses Hineinfeiernmüssen lästig ist. Standardsatz, der dann immer fällt: „Aber bald haben wir es geschafft! Seufz!!!“. Der zweite Standardsatz: „Ich schau dann mal weiter „, wenn die unsichtbare Glocke läutet und man nach exakt 3,25 Minuten zum nächsten Gesprächspartner wechselt. Dann kommen vor: viele falschen Schlangen. (Entschuldigung, im NT-Sprech: Die sozial Rücksichtsvollen). Neben mir haut die Gastgeberin nämlich einer Frau auf die Schulter und verkündet laut, dies sei ihre neue allerbeste Freundin. 5Minuten später beugt sie sich zu meiner anderen Nachbarin und raunt: „OMG, sie wird doch nicht WIRKLICH etwas vorsingen?“. Oder die Mutter, die ihre singende Tochter vorstellt als „fabelhaftes Kind“, nur echt mit Rührung in der Stimme und Bussi. Hinter den Kulissen ist Töchterlein so verstockt wie Dickie Hoppenstedt, kann Mama kaum mit ihr reden ohne Beissanfälle und im Gespräch über Töchterlein geht es ausschließlich um ihre Fehler. Dann spielen mit: die beiden Damen im gleichen Beruf, die eine extrem extrovertiert, die andere als graue Maus angesäuert daneben. Der Verein mit lustiger musikalischer Inszenierung des Geburtstagskindlebens. Der IT-Beauftragte mit romantisch verklärter Powerpoint-Inszenierung desselbigen. Man könnte auch Rückblenden einfügen, wie die Leute Jahr für Jahr andere Theorien zum Essen verbreiten und dann wieder exakt dasselbe essen. Ich wäre der Doofie, der ab und zu denkt, interessante facts beisteuern zu können – von wegen, mein running gag: sobald ich den Mund aufmache, schaut jemand wieder weg. Und in der Hauptrolle: der stadtbekannte Womanizer bei mir am Tisch, mit Frau #5. Ich sehe ihn zum ersten Mal, weiß aber über den letzten Scheidungskrieg en detail Bescheid. Im Laufe des Abends wird ihre Miene immer eisiger, während er mit jedem Achterl redseliger wird, darüber, mit welchen anwesenden Damen er schon mal …, über geschäftliche Interna, und immer öfter busselt er sie spontan ab. Sie wird ihn um Mitternacht im See versenken, nachdem sie den ganzen Abend darüber nachgesonnen hat, wem sie es in die Schuhe schiebt…

Wenn das kein Bestseller wird…

 

 

*Der nachfolgende Text ist nur unwesentlich übertrieben.

Gedankensplitter /Die Frau des Kollegen

Ja, lieber Kollege, nun hast du uns deine Frau vorgestellt, sie wird jetzt im Haus mitarbeiten. Eine sehr hübsche Frau, elegant und damenhaft. Sicher bist du stolz auf sie. Das zeigst du bei dem Anlass natürlich nicht, keiner von euch beiden zeigt seine Zuneigung offen. Kaum, daß ihr euch anseht. Dazu seid ihr zu professionell. Ich muß schon genau hinsehen, um deine Nervosität und dein Mit-ihr-mitzittern zu ahnen. Nicht, daß es mich viel anginge. Ich hab mit dir selten zu tun, meist nur mittelbar. Mit deiner Frau werde ich gar nicht zusammenarbeiten. Alles bestens. Ich bin nur seltsam traurig. Ich dachte, wir wären im selben Bild, dabei sehe ich euch nur im Spiegel. Ich bin nicht im Spiegelbild. Vampire müssen sich auch so fühlen.

Kein Liebeskummer.

Logisch, ich bin ja auch nicht in dich verliebt. Außerdem, Liebeskummer würde ich sehr genau kennen. Hatte ich schon mal, vor vielen Jahren, bei einem anderen Kollegen.

Nein, kein Liebeskummer, wie er seit Menschengedenken Lieder, Bücher und Herzen füllt, und die Macht hat, Kriege und Dramen aller Art zu entfachen. Keine Sorge, mein Lieber, das bleibt dir erspart.

Du wirst von meinem Empfinden gar nichts merken, es wird an dir vollkommen vorbeigehen. Denn dieses mein Gefühl ist zu leise und zu sachte, und zu unwichtig im täglich zu ordnenden Chaos, um sich damit zu befassen.

Wie es überhaupt und eigentlich bemerkenswert ist, wie oft mir Sätze wie diese durch den Kopf gehen: Keine Sorge, ich werde dich nicht weiter behelligen. Dich nicht belästigen. Ich werde ab jetzt aus deinem Blickfeld verschwunden sein. Nur keine Sorge.

Liebe Freundin, die du mich jetzt wieder angesprochen hast. Vor Jahren hab ich meine Besuche bei dir eingestellt. Du hast es nicht verstanden. Ich konnte es dir nicht erklären. Ich wollte dich nicht auf mich verpflichten. Du warst Teil meiner Routinen, meines sicheren Alltags – ich wußte plötzlich nicht mehr, ob das für dich ein Zwang ist. Du findest es schade, sagst du mir. Danke dafür. Vielleicht drehen wir das Rad ja wirklich wieder ein wenig zurück. Ich würde mich sehr freuen, ich habe dich auch schon vermisst.

Tja, und du? Mein Bekannter, der bis jetzt noch weder zum guten noch zum alten Bekannten geworden ist? Nach den ersten kleinen Schritten stehe ich plötzlich vor einer Wand. Die Wand ist aus Glas, und dahinter bist du, seid ihr. Manchmal scheinst du mich zu sehen, meistens nicht. Wie das kam? Du könntest es mir wohl erklären, du wirst es nicht. Denn: du willst nicht behelligt werden.

Und, wie gesagt: keine Sorge, du wirst es auch nicht.