Gedankensplitter /Eintauchen

Ja, manchmal kann entschließe ich mich auch, eine Anstrengung freiwillig auf mich zu nehmen, von der ich zuerst nicht weiß, wie ich sie überstehen soll.

So war ich kürzlich in einem Vortragsabend. Dem Kind zuliebe, das daran beteiligt war. Es war sehr heiß gewesen, keine Lüftung,  ich hatte einen anstrengenden Tag hinter mir und leichte Migräne. Aber es war ausgemacht, also ging ich hin.

Ich fand mich wieder in einem Bad aus Seelenfrieden, so es denn so etwas gibt.

Ich kam an, und ich fand viel Vertrautes vor, und nichts davon war ärgerlich oder ängstigte mich, nichts davon strengte mich an. Ich tauchte einfach ein.

Ich trat ein und ließ mich am Beckenrand nieder, neben vertrauten Gesichtern. Andere sah ich hier und da und grüßte. Der Veranstaltungsleiter erkannte mich wieder und lächelte mir sehr freundlich zu. Das Kind konnte ich loslassen. Ich war da, das reichte, alles andere machte es selbst. Das Wasser bewegte sich sachte, eine schon vorher dutzendfach erlebte Abfolge von Ansagen und Darbietungen, wie sachte Wellen.

Musik, und das banale Wort kann nicht wiedergeben, wie ich mich getragen fühlte. Als ob ich toter Mann spielte. Ich saß und hörte, erkannte wieder, erinnerte mich, wie schön Musik ist und wie schön es wäre, wieder selbst mehr zu musizieren. Und natürlich betrachtete ich die Unterwasserwelt, sah ruhige gleichmütige Wale, vielfarbige Barsche, einen Hai, der sich zu meiner Überraschung in einen Delphin verwandelt hatte, viele wuselige Kleinfische, und einige prachtvolle Oktopusse, die souverän ihre intensiven Farben und Bewegungen demonstrierten.

Ich stieg aus, schüttelte das Wasser ab und machte mich erfrischt auf den Heimweg.

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4 Gedanken zu “Gedankensplitter /Eintauchen

  1. Ich glaube, ich weiß, was du meinst. Es ist Konzert in der Stadtkirche. Den Raum kenne ich. Die üblichen Beteiligten und Besucher auch. Für eine Stunde bin ich weg. Oder ich bin beteiligte Chorsängerin. In meinem Kopf sind die zu singenden Stücke – gefühlt tausend mal geprobt. Ich gehe auf im Klangkörper. Bin keine Einzelperson. Ich gehe heraus und fühle mich gut. Alle Sorgen wie weggeblasen. Leicht, beschwingt, fast wie auf Wolken. Eine ähnliche Wirkung hatte auch der Abschlussgottesdienst zum Kirchentag. Die Schwierigkeit, dass Alltag ist, auch jetzt noch. Etwas vom Kirchentagsspirit ist noch immer da. Weiß nicht, wie ich das anders benennen soll. Dabei waren das nur effektiv 3 Tage. Aber es hält ein vielfaches der Zeit an. Dieses schöne Gefühl, das so schwer zu beschreiben ist.

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